„Digitalisierung gigantische Chance“ – Mark Pralle als Referent bei Gießener Informationsabend

GIESSEN – (ewe). Wenn der stationäre Handel stagniert und der Onlinehandel immer schneller wächst, wenn der Kunde sich beim Fachhändler informiert, aber dann online kauft, wenn Online-Bewertungen von Produkten und Dienstleistungen teilweise unseriös sind oder gar die Existenz des Einzelhandels gefährden, wenn der Umsatz nicht mehr stimmt, müssen Maßnahmen ergriffen werden, sich zu schützen und das Heft selbst in die Hand zu nehmen.

Das Internet hat sich als Informations-, Kommunikations- und Transaktionsmedium längst etabliert, der Markt befindet sich im Umbruch. Und das betrifft besonders Einzelhandel und Hotelgewerbe – auch in Gießen. Deshalb waren rund 80 Gießener Geschäftsleute und Verbandsvertreter in den Konzertsaal des Rathauses gekommen. „Fokus Innenstadt – Bausteine für die digitale Zukunft“ lautete das Thema des Impuls-Abends, zu dem Sabine Wilcken-Görich von der Wirtschaftsförderung der Stadt und Sadullah Gülec, Chef der Gießen Marketing GmbH, begrüßten.

„Unsere Innenstädte werden sich angesichts des boomenden Onlinehandels verändern, im schlimmsten Fall an Bedeutung und Wert verlieren“, befürchtet Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Sie ist aber zugleich sicher, dass es auch künftig pulsierende Citybereiche geben werde, wenn es gelinge, digitale Bausteine produktiv zu nutzen. Die Telekom ist laut Franz Schulte seit Sommer 2015 dabei, das Breitbandangebot in Gießen durch den Ausbau der viel leistungsfähigeren Glasfasertechnologie deutlich zu erhöhen.

Der IT-Entwickler Mark Pralle der Firma Fabrik19 stellte die neue Gießen-App als omnipräsentes mobiles Internet vor: „Gießen in der Hosentasche“. Die fortschreitende Digitalisierung kennt laut Pralle keine Evolution, also keine fortschreitende Entwicklung. „Disruption“ begleite den Weg in die digitale Zukunft: „Altes wird kaputtgehen und durch Neues ersetzt werden“, allerdings mit „riesigen Chancen für den, der zum Umdenken bereit ist. 95 Prozent der unter 35-Jährigen leben mit dem Smartphone“. Deshalb biete die Digitalisierung „gigantische Chancen“.

Dass Digitalisierung und Online-Marktgeschehen erfolgreich in den lokalen (Versand-)Handel Einzug halten können, dokumentierte Roman Heimbold von der Atalanda GmbH am Beispiel Wuppertal.

 

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